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LAGuS und Landkreis finden bei Untersuchung Ursachen für abweichende Inzidenzwerte

Missverständnis zu Vollständigkeit der Meldedaten führte zu Verzögerung

Im Rahmen der vom Gesundheitsministerium  angekündigten Untersuchung sind die Verantwortlichen von LAGuS und Landratsamt dem Phänomen der abweichenden Inzidenzwerte heute (08.04.2021) im offenen Austausch auf den Grund gegangen.

Bei dieser detaillierten Betrachtung der Arbeitsweise in der Kontaktnachverfolgung des Landkreises Vorpommern-Greifswald fand man rasch Hinweise auf die Ursachen für die abweichenden Werte.

"Im Verlaufe der mehrstündigen Untersuchung zeichnete sich deutlich ab, was mancher schon vermutet hatte: Bei dem Versuch, den vorgegebenen Fragekatalog möglichst vollständig zu bearbeiten, haben wir zu viel Zeit verloren. Wir sind davon ausgegangen, dass wir 70 Einzelpunkte bei der Befragung von positiv getesteten Menschen auf einmal liefern müssen", sagte Landrat Michael Sack. Dies sei das entscheidende Missverständnis gewesen. Ein Grundgerüst von abgefragten Daten mit weitaus geringerem Umfang, so Sack, sei für die Meldung an das LAGuS zunächst ausreichend.

Wie der Kreis immer wieder kommuniziert hatte, war man bislang der festen Überzeugung, die rund 70 Fragepunkte bis zur Meldung möglichst vollständig abarbeiten zu müssen.

"Dieser Anspruch an uns selbst lässt sich bei steigenden Fallzahlen nur bis zu einem gewissen Punkt aufrechterhalten. Nun wurde klargestellt, welche personenbezogenen Daten für eine Meldung des Falles ausreichen", sagte Sack.

Mit diesem Wissen aus dem heutigen fachlichen Austausch lässt sich die Arbeitsweise der Kontaktnachverfolgung schneller und effizienter gestalten, da pro Fall deutlicher weniger Zeit bis zur Meldung aufgewendet werden muss. Zudem wird die Kontaktnachverfolgung künftig enger mit den Mitarbeitern zusammenarbeiten, welche die Meldungen an das LAGuS senden.

Nachdem Vorwürfe der Datenmanipulation und Verschwörungstheorien bereits die Runde gemacht hatten, zeigte man sich in der Kreisverwaltung nach dem Ende der Untersuchung erleichtert. "Wir haben jetzt Gewissheit, dass wir uns außer Gründlichkeit an falscher Stelle nichts vorzuwerfen haben", sagte der Landrat.

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